quellen

best-off

im zuge der recherchestipendien habe ich sehr unterschiedliche quellen zu sarah bernhardt und den hysterikas der salpêtrière studieren können. meine lektüre bestand aus memoiren, biografien, romanen und filmen, außerdem kulturhistorischen abhandlungen, gender- und theatertheoretischen arbeiten, zeitzeugnissen, kritiken, katalogen, bildanalysen der artefakte wie fotografien und gemälde. 

hier unten befindet sich eine auswahl. 





medical muses
asti hustvedt
2011

medizin-historischer roman

anhand von krankenhausakten, stadtarchiven, memoiren und briefen wirft hustvedt ein klares licht auf die geschehenisse in der salpêtrière. feinfühlig und präzise portraitiert sie vier protagonist:innen der klinik. dabei schafft sie den spagat zwischen distanz und empathie.
erfindung der hysterie
georges didi-huberman
1982

kunsthistorisch-philosophische analyse der photografischen klinik charcots

eine fülle von kontextualisiertem (und hochwertigem) bildmaterial. didi-huberman lässt seine gedanken beim schreiben mäandern. die komplexität der verquickungen von kunst und medizin wird nachvollziehbar. 

ma double vie
sarah bernhardt
1908

memoiren

schreibstil mit  viel selbstironie.  beschreibungen von kindheit, theateralltag, kriegserlebnissen und der ersten amerika-tour. privates lässt sie fast völlig aus. weil es vor allem um ihre arbeit und ihr werk geht, wirkt es sehr modern. (moderner als viele externe biografien über sie, selbst solche aus dem 21. jhd.)

sarah bernhardt
claudia thorun
2006

theater- und gendertheroretische forschungsarbeit über inszenierungen von weiblichkeit im fin de siècle

hervorragende analyse und ganz alleine auf weiter flur. (ein manko, dass bernhardt kaum theatertheoretisch im deutschsprachigen raum analysiert wurde. ganz zu schweigen von gendertheoretischen analysen.)

neue vorlesungen über die krankheiten des nervensystems
jean-martin charcot
1886

gesammelte vorlesungen, autorisiert und übersetzt von sigmund freud.




iconographie photographique de la salpêtrière I - III
désiré-magloire bourneville + paul régnard
1876, 1878, 1879

drei bildbände inklusive fallgeschichten 

(rarität, schwer zu finden)


vom ausdruck zur pose
susanne holschbach
2006

studie zur theatralität und weiblichkeit in der fotografie des 19. jahrhunderts

analysiert anhand überwiegend unveröffentlichten archivmaterials die fotografischen inszenierungen von bühnenschauspielerinnen.
theatergöttinnen
clara ziegler
1994

katalog zu drei ausstellungen über clara ziegler, sarah bernhardt und eleonora duse im deutschen theatermuseum münchen

ausgezeichnetes bildmaterial, viele zitate, im anhang findet sich eine ausführliche zeittafel zum leben bernhardts.

die besessenen in der kunst
jean-martin charcot + paul richer
1887

kunsthistorischer bildband

charcot und richer analysieren die frühen darstellungen dämonischer besessenheiten in bezug auf hysterie.
mit einem nachwort von manfred schneider und einer präzisen beschreibung des “großen hysterischen anfalls“.